| Mannsdorf |
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Hl. Franz Xaver
Bis 1783 gehörte die Mannsdorfer Kirche zur Pfarre Probstdorf. 1769 schrieb der damalige Pfarrer von Probstdorf, Graf von Gondola, seinem Bischof in Passau: In Mannsdorf gäbe es eine Kirche, die aber nicht geweiht sei, dennoch würde ein Kirchweihfest gefeiert. Daraufhin wurde die Kirche dem Hl. Franz Xaver geweiht. Der Hochaltar mit dem Bild des Hl. Franz Xaver stammt aus dem Kloster zur heiligen Agnes in der Wiener Himmelpfortgasse. Dieses Kloster wurde im Zuge der Josephinischen Reform 1783 aufgelöst, der Hochaltar kam 1785 nach Mannsdorf. Nun zum Kirchenpatron selbst: Don Francisco Javier wurde am 7. April 1506 bei Pamplona in Spanien geboren. Er starb am 3. Dezember 1552 auf der Insel Santschao bei Kanton in China. Er studierte ab 1525 in Paris. Er war eitel und karrierebewusst, gab aber während des Studiums seinem Leben eine radikale Wende: seit 1529 wohnte er zusammen mit Ignatius von Loyola, der sich bemühte, Francisco zu bekehren, was ihm aber erst 1533 gelang. Nun half er Ignatius bei der Erstellung der Ordensregeln und gehörte dann 1534 zu den Gründungsvätern des Jesuitenordens. 1537 wurde er gemeinsam mit Ignatius und vier weiteren Gefährten in Venedig zum Priester geweiht. Als Gesandter von Papst Paul III. und des portugiesischen Königs wurde Franz Xaver 1541 über Mocambique nach Goa, der portugiesischen Kolonie in Westindien, geschickt. Die Reise dauerte 13 Monate; Franz Xaver revitalisierte das Christentum der portugiesischen Kolonialbeamten durch Unterricht, Predigt, Beichte und missionierte unter den armen einheimischen Perlfischern. 1544 taufte er in einem Monat zehntausend Makau-Fischer. Von seinem Stützpunkt in Goa aus missionierte er auch in Indien und bis hinauf nach China. Die Briefe, in denen er nach Rom berichtete, wurden an 1545 gedruckt und weit verbreitet, was im ganzen Abendland Begeisterung für die Mission bewirkte. 1547 erhielt Franz Xaver die Nachricht von der Entdeckung Japans. 1549 fuhr er mit drei Japanern, die er in Goa kennengelernt hatte, auf die japanischen Inseln. Es entstand eine erste christliche Gemeinde mit über 1000 Getauften. 1550 ging er zu Fuß in die Hauptstadt Miyako – das heutige Kyoto – und wollte beim Kaiser vorsprechen, was ihm aber verwehrt wurde. 1551 kehrte er nach Goa zurück. 1552 unternahm er eine Missionsreise nach China, dort starb er nach kurzer schwerer Krankheit auf der Insel Santschao. Franz Xavers Leichnam wurde nach Goa überführt, dort ruhen seine Reliquien; ein Arm wurde 1615 in die Kirche Al Gesù nach Rom gebracht. Wohl kein anderer hat die Arbeit der katholischen Missionen so auf Dauer geprägt wie Franz Xaver. Er war aber auch eine Stütze der Gegenreformation. 1619 wurde er selig- und 1622 heilig gesprochen; 1748 zum Schutzpatron Indiens ernannt, schließlich 1904 zum Patron der Verbreitung des Glaubens. |
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 29. November 2011 um 07:09 Uhr |